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Hermann Beil liest Thomas Bernhard: WITTGENSTEINS NEFFE

Hermann Beil liest Thomas Bernhard: WITTGENSTEINS NEFFE

Thomas Bernhards Erzählung WITTGENSTEINS NEFFE erschien zuerst im Oktober/November 1982 in Fortsetzung als Vorabdruck in der FAZ, dann als Nr. 788 in der von Thomas Bernhard sehr geschätzten Bibliothek Suhrkamp. Die Erzählung gehört zu Bernhards autobiographischen Büchern und führt in die Jahre 1967 bis 1979, also in jene Zeit, in der in Steinhof, der berühmten Wiener Nervenheilanstalt, der Schriftsteller Bernhard (in einer Abteilung für Lungenkranke) und der Lebensexzentriker und Neffe des Philosophen Wittgenstein Paul Wittgenstein (in einer psychiatrischen Abteilung) aufeinandertrafen und ihre Freundschaft, die durch Musik begründet war, vertieften. Euphorie und Depressionen treiben beide an den Rand der Verrücktheit. Bernhards insistierende, vorwärtstreibende Sprache erweist sich für ihn als Existenzquelle:  aus seiner Lungenkrankheit und seiner Verrücktheit entsteht durch diese Sprache „seine Kunst“.